Der Klaps noch immer Mittel der Erziehung
Kinder haben ein recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Doch dieses Recht scheint sich in deutschen Familien nicht recht umzusetzen, so das Ergebnis einer Forsa-Umfrage. Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2006/2007 zeigte sich zwar, dass Eltern als Mittel der Erziehung weit weniger auf körperliche Gewalt zurückgreifen, dennoch gaben rund 40 Prozent der Eltern einen Klaps auf den Po und rund 10 Prozent eine Ohrfeige als mögliche Strafen an.
Ein Klaps schadet doch nicht?
Gewalt erzeugt Gegengewalt, sie demütigt und bewirkt in der Erziehung letztlich nichts. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es ein Klaps auf den Po, eine Ohrfeige oder das „Hintern versohlen“ ist. Darin sind sich Experten einig. Dennoch kommt eine aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts zu dem Ergebnis, dass Gewalt in der Erziehung von Kindern noch immer eine nicht zu ignorierende Rolle spielt. Für die Studie wurden 1003 Personen mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren befragt. Im Resultat gaben rund 40 Prozent an, ein Schlag auf den Po sei eine Form der Bestrafung, die Ohrfeige gaben 10 Prozent an, immer noch 4 Prozent nannten das so genannte „Hintern versohlen“.
Ruhe bewahren
Sicherlich kann das Verhalten von Kindern Eltern ab und an mehr als nur aus der Ruhe bringen, schnell ist die Hand ausgerutscht, wenn eine Situation escaliert. So weit allerdings muss es erst gar nicht kommen. Als Eltern und somit Erwachsener mit Vorbildfunktion sollte sich bemüht werden, in solchen Situationen Ruhe und Selbstkontrolle zu bewahren. Am besten geht dies, wenn die Notbremse gezogen wird, ehe es zur Eskalation kommt. Dies kann geschehen, indem mit Ankündigung der Raum verlassen wird und so erst einmal beide „Parteien“ zur Ruhe kommen können. Erst dann kann die Diskussion wieder aufgenommen werden. Keinesfalls darf das Kind zu dem Schluss kommen, die Situation sei nun bereinigt. Eine Lösung muss dennoch gefunden werden, jedoch ohne Gewalt. Grundsätzlich sollte auch nicht versucht werden, eine Streitigkeit zu lösen, wenn Vater oder Mutter gestresst sind.
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Archivbeitrag aus dem Jahr 2012. Einzelne Angaben können veraltet sein; aktuelle Ratgeber finden sich in der Ratgeber-Übersicht.


