Kinderschuh Trends 2017

Redaktion kinderzeugsVeröffentlicht am Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit
Kinderschuh Trends 2017 Die Auswahl des richtigen Schuhwerks für Kinder orientiert sich weniger an modischen Trends als an orthopädischen und entwicklungsphysiologischen Grundsätzen. Ein passender, funktionaler Schuh ist entscheidend für eine gesunde Fußentwicklung und die korrekte Ausbildung des Gangbildes. Die wichtigsten Kriterien sind dabei eine exakte Passform, flexible Materialien und eine an den Einsatzzweck angepasste Konstruktion.

Worauf kommt es bei der Passform von Kinderschuhen wirklich an?

Die größte Herausforderung bei der Passformbestimmung liegt in der Anatomie des Kinderfußes. Die Knochen sind noch weich und formbar, das Schmerzempfinden ist geringer ausgeprägt. Kinder können daher oft nicht zuverlässig angeben, ob ein Schuh drückt oder zu klein ist, was das Risiko von unbemerkten Fehlbelastungen und Deformierungen erhöht.

Ein fundamentaler Aspekt ist der sogenannte Zuwachs- und Abrollspielraum. Der Schuh sollte innen etwa 12 Millimeter länger sein als der belastete Fuß. Dieser Raum teilt sich auf in circa 5-6 Millimeter Funktionsraum, den die Füße beim Abrollen nach vorne gleiten, und 6-7 Millimeter Wachstumsreserve. Als Faustregel gilt eine Daumenbreite Platz vor den Zehen, wobei dies nur eine grobe Schätzung ist.

Neben der Länge ist die Weite des Schuhs von entscheidender Bedeutung. Ein zu schmaler Schuh engt den Fuß ein und behindert die natürliche Spreizung der Zehen, während ein zu weiter Schuh keinen ausreichenden Halt bietet. Einige Hersteller orientieren sich am Weiten-Maß-System (WMS), das Füße in die Kategorien „weit“, „mittel“ und „schmal“ einteilt und so eine präzisere Auswahl ermöglicht. Der Schuh muss den Fuß sicher umschließen, ohne ihn zu quetschen.

Die Messung der Füße sollte immer im Stehen erfolgen, da sich der Fuß unter Belastung ausdehnt und verlängert. Idealerweise findet die Messung am Nachmittag statt, weil Füße im Tagesverlauf leicht anschwellen. Da Füße selten exakt gleich groß sind, muss immer der längere Fuß als Maßstab für die Schuhgröße dienen.

Welche Materialien eignen sich am besten für die Füße von Kindern?

Das Material eines Kinderschuhs hat direkten Einfluss auf das Fußklima, die Flexibilität und den Tragekomfort. Kinderfüße schwitzen stärker als die von Erwachsenen, weshalb atmungsaktive Materialien unabdingbar sind, um Feuchtigkeit abzutransportieren und die Haut gesund zu halten. Ein feuchtwarmes Klima im Schuh begünstigt die Entstehung von Hautirritationen und Pilzinfektionen.

Naturleder gilt als klassisches Obermaterial mit hervorragenden Eigenschaften. Es ist robust, atmungsaktiv und passt sich mit der Zeit der individuellen Fußform an. Bei richtiger Pflege ist es zudem langlebig und wasserabweisend. Moderne Funktionstextilien, oft in Kombination mit atmungsaktiven Membranen, bieten ebenfalls ein gutes Feuchtigkeitsmanagement und sind oft leichter und pflegeleichter als Leder.

Synthetische Materialien, die nicht explizit als atmungsaktiv ausgewiesen sind, können hingegen zu Hitzestau und übermäßigem Schwitzen führen. Für das Innenfutter sind weiche, nahtarme und schadstoffgeprüfte Textilien oder dünnes Leder zu bevorzugen. Sie verhindern Reibungspunkte und gewährleisten ein angenehmes Tragegefühl direkt auf der Haut.

Wie beeinflusst die Sohlenkonstruktion die kindliche Fußentwicklung?

Die Sohle ist das funktionale Herzstück eines jeden Kinderschuhs. Ihre wichtigste Eigenschaft ist eine hohe Flexibilität, insbesondere im Bereich des Vorderfußes. Eine biegsame Sohle erlaubt dem Fuß, seine natürliche Abrollbewegung von der Ferse bis zu den Zehenspitzen ungehindert auszuführen, was für die Stärkung der Fußmuskulatur und die Entwicklung eines stabilen Gangs essenziell ist.

Die Flexibilität einer Sohle lässt sich einfach testen: Der Schuh sollte sich mit geringem Kraftaufwand im Bereich des Ballens biegen lassen. Lässt sich der Schuh nur in der Mitte knicken oder ist er brettsteif, behindert er die natürliche Biomechanik des Fußes. Eine zu steife Sohle zwingt den Fuß in eine passive Rolle und kann die Muskelentwicklung hemmen.

Eine leichte Dämpfung kann bei harten Untergründen sinnvoll sein, um Stöße abzufedern. Jedoch ist eine übermäßige Dämpfung kontraproduktiv, da sie die propriozeptive Wahrnehmung beeinträchtigt. Kinder müssen den Untergrund spüren können, um ihre Balance und Koordination zu schulen. Die Außensohle sollte zudem ein rutschfestes Profil aufweisen, um auf verschiedenen Oberflächen sicheren Halt zu gewährleisten. Für anspruchsvolle Untergründe und Outdoor-Aktivitäten bieten spezialisierte Marken wie Salomon Kinderschuhe Modelle mit besonders robusten und griffigen Sohlen an.

Welche Rolle spielen Verschlusssysteme für Sicherheit und Selbstständigkeit?

Das Verschlusssystem eines Schuhs erfüllt zwei wesentliche Funktionen: Es sorgt für einen sicheren Halt des Fußes im Schuh und ermöglicht eine individuelle Anpassung an die Fußform. Ein lockerer Sitz kann dazu führen, dass der Fuß im Schuh rutscht, was Blasen und einen unsicheren Gang zur Folge hat. Ein fester, aber nicht einengender Sitz ist daher entscheidend.

Klettverschlüsse sind besonders bei jüngeren Kindern beliebt, da sie die Selbstständigkeit fördern. Sie lassen sich einfach öffnen und schließen, was den An- und Ausziehprozess im Alltag erleichtert. Allerdings bieten sie oft eine weniger präzise Anpassungsmöglichkeit als Schnürsenkel und können mit der Zeit an Haftkraft verlieren.

Die klassische Schnürung ermöglicht die exakteste Anpassung an den Spann und die Fußbreite. Sie verteilt den Druck gleichmäßig und sorgt für einen sehr sicheren Halt, was besonders bei sportlichen Aktivitäten oder bei Kindern mit sehr schmalen oder breiten Füßen vorteilhaft ist. Der Nachteil liegt darin, dass kleine Kinder beim Binden auf Hilfe angewiesen sind und sich offene Schnürsenkel zu einer Stolperfalle entwickeln können.

Eine Alternative stellen elastische Senkel mit einem zusätzlichen Klett- oder Klemmverschluss dar. Sie kombinieren den Komfort eines Slip-On-Schuhs mit der besseren Anpassbarkeit einer Schnürung. Bei allen Verschlusstypen ist darauf zu achten, dass sie den Fuß fest im Fersenbereich halten und ein Herausrutschen verhindern.

Schuhtyp Flexibilität der Sohle Stabilität/Halt Wetterschutz Einsatzzweck
Lauflernschuh Sehr hoch (maximal flexibel) Gering (Fersenhalt genügt) Gering bis mittel Erste Schritte drinnen/draußen
Alltags-Sneaker Hoch (im Ballenbereich biegsam) Mittel (guter Fersenhalt) Abhängig vom Material Kita, Schule, Spielplatz
Sandale Hoch Mittel (Fersenriemen wichtig) Keiner (hohe Luftzirkulation) Warme, trockene Tage
Wander-/Trekkingschuh Mittel (torsionssteif, aber abrollfähig) Hoch (oft knöchelhoch) Hoch (oft mit Membran) Wanderungen, unebenes Gelände

In welchen Schritten wird der richtige Schuh für ein Kind ausgewählt?

Ein systematischer Prozess hilft, die häufigsten Fehler beim Schuhkauf zu vermeiden und ein optimal passendes Modell zu finden. Die alleinige Orientierung an der aufgedruckten Größe oder an optischen Vorlieben des Kindes reicht nicht aus. Folgende Schritte führen zu einer fundierten Entscheidung:

  1. Fußvermessung durchführen: Die Füße des Kindes werden am Nachmittag im Stehen gemessen. Hierfür kann eine Schablone erstellt werden, indem der Umriss des belasteten Fußes auf einem Karton nachgezeichnet und der notwendige Spielraum von 12 mm an der längsten Zehe hinzugefügt wird.
  2. Innenlänge des Schuhs prüfen: Die ausgeschnittene Schablone wird in den Schuh geschoben. Sie muss glatt und ohne zu knicken hineinpassen. Alternativ kann bei Schuhen mit herausnehmbarer Innensohle diese mit dem Fuß des Kindes verglichen werden.
  3. Anprobe und Passformkontrolle: Das Kind sollte beide Schuhe anziehen und einige Minuten damit umherlaufen. Anschließend wird der Fersensitz kontrolliert; der Fuß darf nicht herausrutschen. Der Daumentest zur Überprüfung des Abrollraums ist nur bedingt zuverlässig, da Kinder reflexartig die Zehen einziehen.
  4. Flexibilität und Material bewerten: Die Sohle des Schuhs wird per Hand auf ihre Biegsamkeit im Ballenbereich getestet. Das Ober- und Innenmaterial wird auf Weichheit, Atmungsaktivität und eine saubere, nahtarme Verarbeitung geprüft.
  5. Einsatzzweck berücksichtigen: Die Auswahl orientiert sich am geplanten Verwendungszweck. Ein Schuh für den Waldkindergarten stellt andere Anforderungen an Robustheit und Nässeschutz als ein leichter Sommerschuh für die Stadt.

Was sind die häufigsten Fehler beim Kauf von Kinderschuhen?

Einer der gravierendsten Fehler ist der Kauf von Schuhen „auf Zuwachs“. Sind die Schuhe deutlich zu groß, fehlt dem Fuß der nötige Halt. Er rutscht nach vorne, die Zehen krallen sich fest, um Halt zu finden, und der Abrollpunkt der Sohle stimmt nicht mit dem des Fußes überein, was zu einem unnatürlichen Gangbild und Stolpern führen kann.

Ein weiterer häufiger Irrtum ist das blinde Vertrauen in die angegebene Schuhgröße. Die Größenangaben variieren stark zwischen verschiedenen Herstellern und sogar zwischen verschiedenen Modellen derselben Marke. Eine physikalische Messung der Fußlänge und der Innenlänge des Schuhs ist daher unumgänglich.

Die Weitergabe von getragenen Schuhen an jüngere Geschwister oder andere Kinder ist aus orthopädischer Sicht nicht empfehlenswert. Jeder Schuh passt sich der individuellen Fußform und dem Gangbild seines ersten Trägers an. Das Fußbett wird komprimiert und die Sohle einseitig abgelaufen, was für den nachfolgenden Träger zu Fehlstellungen führen kann.

Zuletzt wird oft versäumt, die Passform der Schuhe in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Kinderfüße wachsen schubweise und schnell. Es wird empfohlen, die Passform bei Kleinkindern alle zwei bis drei Monate und bei älteren Kindern alle vier bis sechs Monate zu überprüfen, um rechtzeitig auf einen zu klein gewordenen Schuh reagieren zu können.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Kinderfüße gemessen werden?

Bei Kindern bis zum dritten Lebensjahr wird eine Überprüfung der Fußlänge und Schuhpassform alle zwei bis drei Monate empfohlen. Im Alter von drei bis sechs Jahren genügt in der Regel ein Intervall von vier bis fünf Monaten, und bei Schulkindern sollte die Messung mindestens zweimal pro Jahr erfolgen.

Sind gebrauchte Schuhe eine gute Option?

Vom Tragen gebrauchter Schuhe wird generell abgeraten. Das Fußbett und die Sohle haben sich bereits an den Fuß des Vorbesitzers angepasst, was beim neuen Träger zu einer unphysiologischen Fußstellung und Fehlbelastungen führen kann. Eine Ausnahme können kaum getragene Schuhe wie Gummistiefel oder Zweitschuhe sein.

Warum ist Barfußlaufen so wichtig?

Barfußlaufen ist das beste Training für die Fußmuskulatur und die sensomotorische Entwicklung. Der direkte Kontakt zum Untergrund schult den Gleichgewichtssinn, die Koordination und stärkt das Fußgewölbe. Wann immer die Umgebung es sicher zulässt, ist Barfußlaufen die gesündeste Alternative zu jedem Schuh.

Was bedeutet „schadstoffgeprüft“ bei Kinderschuhen?

Diese Kennzeichnung gibt an, dass die Materialien des Schuhs von einem unabhängigen Institut auf gesundheitsschädliche Chemikalien wie Weichmacher, Schwermetalle oder allergieauslösende Farbstoffe getestet wurden. Verlässliche Prüfzeichen können Orientierung bieten, da gesetzliche Grenzwerte nicht alle potenziell kritischen Substanzen abdecken.

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