Nach vier Wochen kann bei Babys eine Kuhmilchallergie auftreten
Durch deutlich wahrnehmbare Symptome macht sich bei manchem Neugeborenen eine Kuheiweißallergie nach nur vier Wochen bemerkbar. Daran leiden rund sechs Prozent der Neugeborenen. Wie Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln mitteilt, ist dies nach der Hühnereiweißallergie die häufigste Nahrungsmittelallergie. Der Kinderarzt meint dazu, dass sich eine Allergie auf Kuhmilchproteine in der Regel etwa vier Wochen nach Beginn einer Ernährung mit Bestandteilen der Kuhmilch äußert.
Unmittelbar nach dem Milch-Verzehr bekommen Säuglinge, die von einer Kuhmilchallergie betroffen sind, Bläschen oder Quaddeln. Das Ekzem verschlechtert sich unter anderem bei Kindern mit Neurodermitis. Der Arzt empfiehlt Eltern, denen ihr Kind ein Neurodermitiker ist, dieses testen zu lassen, ob es auf Kuhmilcheiweiß allergisch reagiert. Zumeist mit Atemnot, Koliken, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit äußert sich gerne eine Milchunverträglichkeit. Eine „stark hydrolisierte Formulanahrung” ist dann bei Babys mit einer diagnostizierten Milchallergie erforderlich, wenn diese in den ersten sechs Monaten nach der Geburt nicht ausschließlich mit der Muttermilch ernährt werden können. Eltern und Kinder sollten auch lernen, die Etiketten von Nahrungsmitteln richtig zu lesen, wenn die Allergie nach der Einschulung nicht nachlässt – helfen kann dabei eine Diätassistentin. Ob eine Immuntherapie sinnvoll und ein Notfallset erforderlich ist, sollten Eltern mit dem Kinderarzt klären.
Bei rund 80 Prozent der betroffenen Kinder bis zum Einschulalter mindert sich eine Kuhmilchallergie im Lauf der Zeit. Die Chance ist sehr gering, dass die Allergie spurlos verschwindet, wenn ältere Kinder noch allergische darauf reagieren. Eine große Erleichterung kann deshalb für diese Altersgruppe eine orale Immuntherapie bringen. Dr. Fegeler erklärt: Kuhmilcheiweiß in bestimmten Mengen zu sich nehmen können ungefähr zwei Drittel der Kinder nach einer solchen Behandlung.
Enthalten in der Kuhmilch sind etwa 25 verschiedene Eiweiße. Allergene Stoffe wie Alpha-Lactalbumin, Beta-Lactoglobulin und Kasein befinden sich unter den Eiweißen. Gesundheitlich gefährlich können für Kinder mit einer Kuhmilcheiweißallergie Milcherzeugnisse sein, die Milcheiweiß, Lactglobulin, Lactalbumin, Kaseinate (Caseinate), Molke und Milchpulver enthalten.
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Archivbeitrag aus dem Jahr 2011. Einzelne Angaben können veraltet sein; aktuelle Ratgeber finden sich in der Ratgeber-Übersicht.


