Wenn die Eltern sich trennen

6. September 2014 Aus Von Kathrin

Wenn ein Paar sich trennt, dann ist das immer sehr tragisch, vor allem wenn Kinder mit im Spiel sind. Familien zerbrechen heutzutage jedoch sehr häufig, Scheidungskinder gehören schon zur Normalität.

Die Kinder hängen an beiden Elternteilen, und wollen eigentlich keinen davon missen. Deshalb ist es wichtig, dass man auch bei einer Trennung, und auch danach, immer im Sinne der gemeinsamen Kinder handelt.

Kleinkinder leiden am meisten

Kinder bis zum Alter von sechs Jahren leiden ganz besonders bei einer Trennung, denn für die Entwicklung ist eine stabile Bindung zu Mutter und Vater enorm wichtig. Liefern sich die Eltern dann nach der Trennung noch einen Rosenkrieg, verliert das Kind vollkommen den Halt, weil es immer zwischen den Stühlen sitzt.

Es liebt Mama und Papa gleichermaßen und möchte auch keinen davon missen. Kleinkinder können eine Trennung noch nicht verstehen. Dennoch ist es immer besser, sich zu trennen, als in einer von Streit geprägten Ehe zu verharren.

In diesem Fall leiden Kinder mehr, als wenn die Eltern friedvoll ihre eigenen Wege gehen, ihre Rolle als Eltern dabei jedoch nicht aus den Augen verlieren. Wenn nach der Trennung ihre Bedürfnisse nicht mehr komplett befriedigt werden, weil nur noch ein Elternteil ständig verfügbar ist, so empfinden sie das als Liebesentzug.

In diesem Alter beziehen die Kinder noch alles auf sich, so dass sie sich auch häufig für die Trennung verantwortlich machen. Das kann das Verhalten stark beeinflussen, Ängste sind nicht selten, und auch aggressives Benehmen kommt vor.

Erst etwa ab dem Schulalter verstehen die Kinder zunehmend, was die Trennung bedeutet, und was sie für Folgen hat. Trauer kann dann von ihnen schon gut ausgedrückt werden.

Mit dem Kind über die Trennung sprechen

Kommunikation ist ein ganz wichtiges Thema, wenn es um eine anstehende räumliche Trennung oder eine Scheidung geht. Kinder bis zum Alter von sechs Jahren ist das vollkommen unverständlich, denn Mama und Papa sind für sie einfach eine Einheit.

Sie können es auch nur schwer begreifen, wenn man ihnen erklärt, dass ein Elternteil auszieht, weil man sich nicht mehr lieb hat. Das Kind wird erst mit der Zeit verstehen, dass der Vater nicht aus dem Leben verschwindet, es wird sich ein gewisser Rhythmus bei der Betreuung einspielen.

Beide Elternteile sollen dem Kind gemeinsam eröffnen, dass man sich trennen wird, allerdings nur, wenn das in Ruhe geschehen kann und kein Streit vorprogrammiert ist. Zu viele Details sollte man dabei nicht erwähnen, das überfordert das Kind nur unnötig.

Man sollte dem Kind erklären, wie die Zukunft sich in etwa gestalten wird, das bedeutet, wo der andere Elternteil wohnt und wann das Kind ihn sehen kann. Kindergarten oder Schule sollte man über die Trennung informieren, damit bei Schwierigkeiten Probleme schnell aus dem Weg geräumt werden können.

Die Trennung sollte nicht das Hauptthema sein, aber auch kein Tabu darstellen. Ganz wichtig ist, dass man den Ex-Partner trotz aller Differenzen nicht vor dem gemeinsamen Kind schlecht macht.