Wieder Kind getötet: Der Freund der Mutter in Wolgast unter Verdacht

21. Mai 2010 Aus Von Steffi

Fünf Tage nach seinen Misshandlungen ist ein kleiner 20 Monate alter Junge im Uniklinikum in Greifswald gestorben. Die Polizei hat nun den 48-jährigen Freund der Mutter festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Stralsund verkündete, wird gegen den Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder Totschlag ermittelt. Vom dem Inhalt des gerichtsmedizinischen Gutachten, das nach Pfingsten vorliegt, hänge der Tatvorwurf ab.

Am vergangenen Freitag war der Mann, der nicht der Vater des kleinen Eriks ist, mit dessen dreijähriger Schwester alleine in der Wohnung der 24jährigen Mutter in Wolgast. Er hatte dann gegen Mitternacht den Notarzt gerufen. Als dieser eingetroffen war, befand sich das Kind schon in akuter Lebensgefahr, es hatte bereits Atem- und Herzstillstand. Erik wurde dann nach der Reanimation sofort in die Universitätsklinik Greifswald eingeliefert. Nach Feststellung des Hirntodes wurden die lebenserhaltenden Geräte am Mittwoch abgeschalten.

Nachdem der kleine Erik ins Krankenhaus eingeliefert wurde, haben die Ärzte ein Hirnödem und schwere Blutergüsse festgestellt, und laut der Staatsanwaltschaft ist es ausgeschlossen, dass das Kind gestürzt sein soll. Alle Anzeichen sprechen leider dafür, dass der kleine Junge geschlagen, getreten und geschüttelt wurde. Der festgenommen Mann bestreite nun die Tat, und gab an, dass er bei den Wiederbelebungsmaßnahmen den Jungen verletzt habe.

Das Jugendamt des Landkreises Ostvorpommern steht mit der Familie seit Januar 2010 in Kontakt. Die Mutter hat die Kinder alleine aufgezogen, und die Sozialerbeiter sahen keinen Grund für eine Hilfestellung. Die Kinder wiesen keine Auffälligkeit auf und waren auch ganz normal entwickelt, erklärte Kreissprecher Christoph Krohn. Schon im Januar hat ein Kinderarzt beim dem Jungen bei einem Krankenhausaufenthalt einen Verdacht der Kindesmisshandlung ausgesprochen, der aber nicht bestätigt wurde. Zwischenzeitlich ist die Mutter mit Ihrer Tochter in eine offene Mutter-Kind-Einrichtung gebracht worden, dort erhält Sie auch Hilfe für die enormen seelischen Belastungen.

Quelle: Ostsee Zeitung