Das 280 Gramm Baby – ein kleines Wunder

13. Februar 2011 Aus Von Steffi

In Dortmund wurde in der vergangenen Woche ein Frühchen aus dem Krankenhaus entlassen, das vor knapp fünf Monaten mit nur 280 Gramm Körpergewicht und 22 Zentimeter Größe das Licht der Welt erblickt hatte. Dass die kleine Kämpferin die Geburt in der 24. Schwangerschaftswoche überlebte, ist eine medizinische Sensation.

Dortmunds kleinste Kämpferin wird das 280 Gramm Baby liebevoll genannt. „Es ist ein kleines Wunder, dass dieses Kind lebt“, sagte Professor Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dortmund. Mittlerweile bringe das kleine Mädchen, das als extreme Frühgeburt auf die Welt kam, das zehnfache seines Geburtsgewichts auf die Waage. Damit ist es nun, fast fünf Monate nach seiner Geburt, annähernd so schwer wie es als Neugeborenes hätte sein sollen. Das kleine Mädchen gehört somit nun zu den kleinsten überlebenden Frühgeborenen weltweit. Ob das Frühchen allerdings unter Spätfolgen der frühen Geburt leiden werde, können die Ärzte noch nicht sagen. Frühchen haben generell ein höheres Risiko, im Wachstumsalter an Aufmerksamkeitsstörungen, Entwicklungsstörungen, Krampfanfällen und in seltenen Fällen sogar Lähmungen zu erkranken. Die Ärzte der Dortmunder Klinik gaben sich jedoch optimistisch: Das Mädchen trinke die Muttermilch und habe die Impfungen gut verkraftet, darum räumen sie ihr gute Chancen ein, sich ähnlich wie Frühchen mit einem Geburtsgewicht von 800 bis 1000 Gramm zu entwickeln.

Die Versorgung eines so kleinen Babys war für Eltern und Klinikmitarbeiter eine große Herausforderung. Das Baby hatte das Licht der Welt wegen einer Mutterkuchen-Ablösung viel zu früh erblickt. Sechs Wochen lang wurde es beatmet, musste Antibiotika und Bluttransfusionen bekommen und bei der Darmentleerung unterstützt werden. Alle Organe waren völlig unterentwickelt – und doch gewannen die Beteiligten den Kampf um das Leben des kleinen Babys – der Arzt lobte hier besonders die Eltern für ihr Engagement in dieser belastenden Situation. Wir wünschen der Kleinen sowie ihrer Familie alles erdenklich Gute.

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