Schwangerschaft und Alkohol: Jährlich werden 10.000 Kinder geschädigt

16. Dezember 2010 Aus Von Steffi

Eine alarmierende Zahl: In Deutschland werden jährlich zehntausend Kinder mit körperlichen oder geistigen Fehlentwicklungen geboren – und dass nur, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft zur Flasche gegriffen haben. Was die Drogenbeauftragte der Bundesregierung dagegen tun will, lesen Sie hier.

Das Fetale Alkoholsyndrom (FASD) ist traurigerweise die häufigste angeborene Krankheit, die nicht genetisch verursacht wird. Jedes Jahr leiden 10.000 Neugeborene in Deutschland unter FASD – mit schweren Folgen, denn FASD ist unheilbar. Dabei sind diese Fehlentwicklungen, die sowohl den Körper als auch den Geist des Kindes betreffen, absolut vermeidbar.

Der Alkoholkonsum der Schwangeren verursacht bei den Babys Minderwuchs, Hörstörungen, Herzfehler und auch Gehirnschäden. Mit wachsendem Alter können dann weitere Symptome wie Verhaltensstörungen, Lernschwächen und ein gestörtes Sozialverhalten auftreten. Viele Kinder werden in der Folge als „hyperaktiv“ und „dumm“ abgestempelt, da es ihnen schwer fällt, regulär zu lernen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, will sich nun gegen das Fetale Alkoholsyndrom bei Neugeborenen stark machen. „Alkohol muss während der Schwangerschaft tabu sein!“, sagte Mechthild Dyckmans in einem Interview. Sie will den Müttern Hilfe anbieten, bevor es zu spät ist. Außerdem will sie einheitliche Diagnoserichtlinien für das FA-Syndrom herausgeben, denn häufig seien die Ärzte nicht in der Lage, das FASD zu erkennen. Bleibt die Frage, was nach der Diagnose für die Kinder getan werden wird, die dem Alkohol zum Opfer fielen – dies blieb bislang leider offen.

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