Eltern-Kind-Vertrauen durch Therapiebauernhof erneuern

10. März 2011 Aus Von Steffi

Oft geht in der Familie nichts mehr, der Vater tobt, die Mutter schreit und das Kind provoziert einfach weiter. Wer kennt das nicht. In den typischen Verhaltensmustern wie Inkonsequenz im täglichen Umgang, Unsicherheit, oder fehlende Feinfühligkeit zeigt sich oft das Verhältnis zu den betroffenen Kindern. Auch an der Tagesordnung sind dann keine, unklare, unpassende oder übertriebene Vereinbarungen und Konsequenzen. Es kommt vermehrt zu Frust auf beiden Seiten, Verärgerung oder zu impulsivem Verhalten, und die Situationen entgleisen dadurch. Bei den Eltern macht sich meistens Hilflosigkeit breit.

Sehr vielschichtig sind dann die Auswirkungen. Nicht selten äußerst sich die gestörte Seele von Kindern in emotionalen Störungen oder ADS. Trennungsängste und Bettnässen sind weitere mögliche Symptome. Dagegen leiden die Eltern teilweise an depressiven Erkrankungen und Angsterkrankungen, oder Migräne, psychische Störungen, und auch an psychosomatischen Erkrankungen wie Magen-Darm-Störungen.

Nun gibt es in Dürmentingen im Schwabenland einen Therapiebauernhof, der im Rahmen einer Mutter-Kind-Reha gezielte Hilfestellung anbietet. Unter ärztlicher Betreuung werden individuelle Therapieplätze angeboten. Dieser beginnt mit einer psychologischen Beratung, und besteht weiterhin aus Entspannungsübungen, Physiotherapie, Gesundheitsschulung, kreativen Angeboten und Sport- und Bewegungstherapie. Auf dem Therapiebauernhof erleben die Mütter bei der sogenannten „Mutter-Kind-Interaktion“ erfahrungsreiche Zeiten mit ihren Kindern. Die Problemkonstellationen werden sehr schnell sichtbar bei den verschiedensten vertrauensbildenden Spielen wie beispielsweise dem Besteigen einer Kletterwand oder bei einer Sumpfüberquerung. Weiter stehen auf dem Programm erlebnispädagogische Angebote oder tiergestützten Erlebnisse. Fast spielerisch entwickeln die Kinder das Gespür für Gesundheitsbewusstsein, soziale Kompetenz und Fürsorge durch den Umgang mit den Tieren. Sie lernen im Kontakt zu anderen Kindern ein besseres Miteinander, können sich natürlich in der frischen Landluft austoben und genießen ganz nebenbei die Nähe der vielen Tiere.

Mit klaren und festen Verhaltensregeln für beide Seiten der Familie bekommen diese so eine neue Chance, denn sie lernen Achtung und Vertrauen zu einander aufzubauen. Auch ein besseres Verständnis füreinander kommt zustande. Für viele Familien ist wichtig, dass es so eine Einrichtung gibt.
Betroffene Familien können sich direkt von der Mutter-Kind-Klinik Schwabenland in Dürmentingen Informationen kommen lassen. Dafür gibt es eine kostenfreie Beratungshotline (0800 2 23 23 73) oder im Internet unter www.kur.org.