Märchen mit Lerneffekten für Kinder

10. Oktober 2014 Aus Von Kathrin

Früher war es in den meisten Familien üblich, dass den Kindern vor dem Schlafengehen noch etwas vorgelesen wurde. Besonders beliebt waren dabei Märchen, bei denen die Kinder in eine Welt der Fantasie abtauchen konnten.

Heutzutage ist das Vorlesen leider etwas in den Hintergrund gerückt, vor allem Märchen werden gerne als altmodisch und längst überholt angesehen. Viele Eltern finden die Märchen teilweise auch viel zu grausam, um sie ihren Kindern zumuten zu können.

Kinder lieben jedoch Märchen, und sie können sogar ihre Entwicklung fördern. Mit etwa drei Jahren, beginnt das Alter, in dem Kinder für Märchen empfänglich werden, meistens hält diese Phase bis zum Eintritt in die Schule an.

Sind Märchen noch zeitgemäß?

Viele Eltern kennen Märchen noch aus ihren eigenen Kindertagen. Doch die Zeiten haben sich seither verändert, so dass viele sich die Frage stellen, ob Märchen überhaupt noch modern sind. Doch Märchen sind Klassiker, denn sie wurden über viele Jahrhunderte von einer Generation zur nächsten weitergegeben.

In allen Völkern der Erde entwickelten sie sich im Laufe einer langen Zeit und sind somit eine Sammlung von menschlichen Erfahrungen was Lebensentscheidungen, menschliche Beziehungen und Entwicklungen angeht.

Wichtige Situationen, die fast jedem im Leben einmal begegnen werden, sind in Märchen bildlich und symbolisch dargestellt, so dass gerade Kinder sie gut begreifen können. Die Figuren in den Geschichten werden für viele Kinder zu Helden, mit denen sie sich identifizieren können.

Kindern werden Lösungsansätze für unterschiedliche Konflikte vorgestellt, Gefühle wie Angst, Trauer, Verlassenheit oder Eifersucht können so besser verarbeitet werden.

Das macht Märchen so wichtig für Kinder

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In erster Linie ist natürlich das Vorlesen an sich wichtig, unabhängig davon, um welche Geschichte es sich dabei handelt. Die Kinder lieben diese Art der Zuwendung ihrer Eltern und kommen vor dem Schlafen zur Ruhe. Beim Zuhören müssen sie sich auch auf die Geschichte konzentrieren, was gerade bei sehr aktiven, unruhigen Kindern hilfreich ist.

In den Märchen ist Sprache sehr bildhaft, was auch der Sprachentwicklung zugute kommt. Märchen können den Kindern dabei helfen, zwischen der Realität und Fiktion zu unterscheiden. Nach dem Vorlesen kann man sich auch über die Geschichte unterhalten, das verbessert die Kommunikation und das Sprachverständnis.

Märchen können Kindern Mut machen, denn in den Geschichten werden Träume wahr, Herausforderungen und Ängste werden von den Figuren überwunden. Das kann Kindern dabei helfen, eigene Probleme im Alltag leichter zu bewältigen.

Die Fantasie der Kinder wird durch die Märchen angeregt, diese kommt in der heutigen Gesellschaft leider viel zu kurz. Durch das Fernsehen entsteht zunehmend eine Reizüberflutung, die kaum mehr Raum für Fantasie und Kreativität lässt.

In den Märchen werden Kindern viele traditionelle Werte vermittelt, die auch in Zukunft immer wichtig bleiben werden. In den meisten Märchen findet ein Kampf zwischen Gut und Böse statt, das hilft Kindern, auch im Alltag zu entscheiden, was gut oder schlecht ist.