Pakistan: Nach der Flut noch immer zehntausende Kinder unterernährt

Redaktion kinderzeugsVeröffentlicht am 2 Min. Lesezeit

Nach der Bilanz zur Lage in Haiti gab das Kinderhilfswerk UNICEF nun auch Daten zur derzeitigen Situation in Pakistan bekannt: Nach der schweren Überschwemmung vor sechs Monaten sind dort noch zehntausende Kinder und Babys schwer unterernährt. Insgesamt sei von dieser Mangelernährung laut Unicef rund jedes vierte bis fünfte pakistanische Kind betroffen.

Die Flutkatastrophe in Pakistan war eines der schlimmsten Ereignisse des letzten Jahres: Rund 1,7 Millionen Häuser und 5,4 Millionen Hektar Land wurden zerstört. Die nun veröffentlichte Untersuchung der UNICEF zur Lage vor Ort offenbart Schreckliches: Allein in der Region Sindh, die von der Flut schwer betroffen war, sind rund 90.000 Kinder unter fünf Jahren stark unterernährt. Durch die Flutkatastrophe haben circa 50 Prozent der Haushalte all ihre Nahrungsvorräte eingebüßt. Die nun obdachlosen Familien leben also, ohne ausreichend Nahrung, in provisorischen Zelten, in den Ruinen ihrer Häuser oder in Notunterkünften. Bei all diesem Elend vor Ort ist es nicht erstaunlich, dass sich die Ernährungslage auch Monate nach der Katastrophe immer negativer entwickelt. Waren die Kinder zuvor schon arm und unterernährt, hat die Flut ihre Lage doch drastisch verschlechtert.

Bei geschätzten 6,1 Prozent der Kinder Pakistans sei dringend akute arztliche Hilfe nötig, um Krankheit oder Tod zu verhindern. Sollte ihnen nicht bald geholfen werden, werden die Spätfolgen der Hungersnot diese Kinder ein ganzes Leben lang begleiten. “UNICEF ist extrem besorgt”, sagte der Leiter von UNICEF Pakistan, Pascal Villeneuve. “Die langen Monate, in denen nur wenig Nahrung zur Verfügung stand, haben die Widerstandskräfte der Kinder gegen Krankheiten geschwächt.”

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Archivbeitrag aus dem Jahr 2011. Einzelne Angaben können veraltet sein; aktuelle Ratgeber finden sich in der Ratgeber-Übersicht.