Schwangerschaft: Frühgeburt wird durch Gene beeinflusst
Unbemerkte Unterleibsinfektionen sind eine der Hauptgefahren für vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Wie Forscher in den USA nun herausgefunden haben, können diese durch bestimmte Genvarianten beeinflusst werden. Demzufolge ist eine solche unbemerkte Infektion des Unterleibs in einem von drei Fällen Auslöser für eine Frühgeburt.
Bei der Studie in den USA hat das Forscherteam um Roberto Romero vom National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda, Maryland, die Erbinformationen von mehr als 800 schwangeren Lateinamerikanerinnen sowie ihren Embryos untersucht. Alle diese Frauen war schon mindest einmal vorher schwanger und ihr Baby kam vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt (Für alle Männer: in diesem Fall wird von einer Frühgeburt gesprochen). Die Wissenschaftler haben während der Studie Blutproben von den Müttern entnommen. Gleiches machten sie auch mit der Nabelschnur der Föten. Anschließend wurden die Varianten von insgesamt 190 Genen untersucht. Diese spielen eine Rolle bei der Bekämpfung von Entzündungen im Mutterleib. Dabei fanden die Forscher heraus, dass bestimmte Genvarianten der Mutter sowie auch des ungeborenen Kindes für eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt anfällig sind. Als sehr kritisch wurde dabei ein Gen mit dem Namen IL6R erkannt. Dieses nimmt auf Entzündungsprozesse im Körper Einfluss.
Von den Ergebnissen erhofft sich die Forschung, ein genetisch bedingtes größeres Rühgeburtsrisiko rechtzeitig zu erkennen. So könnten die betroffenen Mütter medizinisch individuell betreut werden. Damit kann die Chance auf eine Geburt zum festgelegten Termin steigen. Jedes Jahr kommen weltweit rund 13 Millionen Kinder zu früh auf die Welt.
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Archivbeitrag aus dem Jahr 2010. Einzelne Angaben können veraltet sein; aktuelle Ratgeber finden sich in der Ratgeber-Übersicht.


