Stress als Ursache für plötzliches Bettnässen

23. September 2014 Aus Von Kathrin

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Kinder über drei Jahre, die ja eigentlich schon lange trocken sind, plötzlich wieder nachts ins Bett machen. Tritt Bettnässen von heute auf morgen auf, machen sich die meisten Eltern Sorgen, dass es sich um eine psychische oder gar körperliche Störung handeln könnte. Die Ursachen für das plötzliche Bettnässen können sehr vielfältig sein, nur ganz selten steckt etwas Ernsteres dahinter.

Die Ursache ist meistens harmlos

Das Bettnässen wird medizinisch als Enuresis bezeichnet und kann ganz spontan auftreten. Für viele betroffene Eltern ist dies auch heute noch ein Tabuthema, denn häufig sind sie der Annahme, dass sie ihr Kind vernachlässigt oder falsch behandelt oder erzogen haben.

Oftmals vermuten sie auch Organstörungen oder psychischen Stress als Ursache. Jungen sind wesentlich häufiger davon betroffen als Mädchen, etwa jedes zehnte Kind leidet unter nächtlichem Bettnässen.

Mediziner können Eltern beruhigen

Natürlich machen sich die Eltern Sorgen, wenn ihr Kind häufiger nachts ins Bett macht. Sie sind jedoch unsicher, ob sie deswegen einen Arzt konsultieren sollten. Sollte das Bettnässen regelmäßig vorkommen, so sollte man in der Tat ärztlich abklären lassen, ob eventuell eine körperliche Störung dahinter steckt.

Meistens kann dieser Verdacht jedoch schnell entkräftigt werden. Medizinische Studien haben mittlerweile gezeigt, dass es sich in dem überwiegenden Teil der Fälle einfach um eine Entwicklungsverzögerung handelt.

Die Blasenkontrolle ist beim betroffenen Kind noch nicht vollständig ausgebildet. Während der Nachtruhe “kommunizieren” Gehirn und Blase noch nicht richtig miteinander, so dass es zum Einnässen kommt.

Körperliche und geistige Entwicklung schreitet unterschiedlich schnell voran

Normalerweise bekommen Kinder zwischen zwei und vier Jahren zunächst Kontrolle über ihren Darm, die Blase ist erst später an der Reihe. In einigen Fällen ist diese Reife tatsächlich erst im Jugendalter endgültig abgeschlossen.

Immer wieder wird auch heute noch behauptet, dass Kinder bis zum sechsten Lebensjahr auch nachts sauber sein müssten. Doch man ist davon abgekommen, sich starr an solchen Entwicklungskalendern zu orientieren, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Zwei Varianten des Bettnässens

Von einer primären Enuresis spricht man, wenn das Kind bisher überhaupt noch nicht trocken gewesen ist. In diesem Fall hat es einfach noch nicht die Kontrolle über seine Blase, es handelt sich also um eine Reifungsverzögerung.

Bei einer sekundären Enuresis war das Kind schon einige Zeit trocken und nässt dann urplötzlich nachts wieder ein. Diese form des Bettnässens kommt viel seltener vor. In diesem Fall muss man neben organischen Ursachen auch an Stress und psychische Belastungen denken. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern sich getrennt haben oder eine andere große Veränderung im Leben stattgefunden hat.