World-Vision-Studie: Arme Kinder schon früh perspektivlos

1. Juni 2010 Aus Von Steffi

Ob ein Kind Spielkonsole spielt oder durch das Web surft, sagt vielleicht mehr über seine Zukunft aus, als das Halbjahreszeugnis. Die Lebensumstände der Kinder weisen nicht nur deren Lebensweg, viel schlimmer noch: Kinder aus armen Familien geben sich und ihre Zukunft schon sehr früh auf.

Die Unterschiede zwischen armen und reichen Kindern werden immer größer. Von Chancengleichheit kann keine Rede mehr sein, wenn die Schichtzugehörigkeit das Leben der Kinder in Deutschland dermaßen anbahnt und prägt. Diese erschreckende Erkenntnis ist das Resultat der diesjährigen World-Vision-Studie „Kinder in Deutschland 2010“, die jüngst in Berlin vorgestellt wurde.

Für die zweite World Vision Kinderstudie wurden 2500 Kinder zwischen sechs und elf Jahren interviewt. „Kinder aus den gehobenen Schichten können von Anfang an ihre besseren Chancen nutzen“, resümiert Forscher Prof. Klaus Hurrelmann. Ärmere Kinder haben seltener die Möglichkeit, ihre Freizeit interessant zu gestalten – sie bekommen oft weniger Aufmerksamkeit und Unterstützung als ihre reicheren Altersgenossen. Lesen und Musizieren sind beispielsweise für Jungen der Unterschicht selten auf dem Tagesplan. 28 Prozent von ihnen sehen jedoch täglich mehr als 2 Stunden TV. Auf Kinder aus besseren Verhältnissen trifft das nur für ca. 6 Prozent zu.

Um später erfolgreich zu sein und ein gutes Leben führen zu können, sollten Kinder gewissen Kompetenzen sowie Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl entwickeln können. Nun müssten aber die Kleinen hierzu im Umkehrschluss auch in ihrer Selbstständigkeit im Handeln und Denken gefördert und wertgeschätzt werden. Dieses Glück widerfährt den ärmeren Kindern leider selten. Viele Freunde und Freizeitaktivitäten wären ebenso hilfreich – doch welche arme Familie kann sich schon Sportklubs für die Kleinen leisten?

Quelle